{"id":614,"date":"2018-01-30T21:22:27","date_gmt":"2018-01-30T21:22:27","guid":{"rendered":"http:\/\/die-gruenen-meppen.de\/?p=614"},"modified":"2018-01-30T21:23:36","modified_gmt":"2018-01-30T21:23:36","slug":"waldbesitzer-und-nabu-zu-gast-bei-grunen-politikern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-emsland-mitte.de\/?p=614","title":{"rendered":"Waldbesitzer und NABU zu Gast bei gr\u00fcnen Politikern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Meppen.<\/strong> Zu einem Gespr\u00e4ch \u00fcber das Thema Wald \u2013 genauer gesagt \u00fcber das Landschaftsschutzgebiet (LSG) H\u00fcmmling \u2013 hatte die gr\u00fcne Kreistagsfraktion Jutta Over vom Naturschutzbund (NABU)-Emsland\/Grafschaft Bentheim und Andreas Perkmeyer, den Vorsitzenden der Waldschutzgenossenschaft H\u00fcmmling-S\u00fcd, eingeladen.<br \/>\nBirgit Kemmer, Fraktionsvorsitzende der Gr\u00fcnen, freute sich \u00fcber die Gelegenheit des Gedankenaustauschs mit \u201eMenschen gegens\u00e4tzlicher Anschauungen\u201c.<br \/>\nZum Hintergrund: Nachdem das OVG L\u00fcneburg zun\u00e4chst die Landschaftsschutz-Verordnung aufgrund formaler M\u00e4ngel f\u00fcr unwirksam erkl\u00e4rt hatte, machte der Landkreis seine Hausaufgaben und das Schutzgebet wurde zwischenzeitlich auf den weiteren Weg gebracht.<br \/>\nGrund genug f\u00fcr Kritiker aller Couleur sich mit dem Thema zu befassen:<br \/>\nDem NABU geht die Ausweisung des Schutzgebietes nicht weit genug, man fordert die Bestimmungen pr\u00e4ziser und konsequenter zu formulieren, was den Schutz von Tieren und Pflanzen betrifft. Die Waldbesitzer hingegen beklagen unter anderem \u00f6kologische Kurzsichtigkeit, erheblichen Wertverlust in H\u00f6he von gesch\u00e4tzten 150 Millionen Euro sowie in der Folge Frust und Unlust bei den im Waldbau T\u00e4tigen.<br \/>\nAndreas Perkmeyer beklagte, das geplante 12 000 Hektar umfassende Landschaftsschutzgebiet habe den Namen Schutz nicht verdient. Es w\u00fcrde lediglich der Tourismus gef\u00f6rdert. In diesem Zusammenhang warf er den Verantwortlichen der Verwaltung im Landkreis Emsland fehlende Kompetenz und mangelnde \u00dcbersicht bez\u00fcglich des Waldes vor.<br \/>\nKontrovers wurde die Diskussion, als es um fachliche Details ging: Der Waldbesitzer bezeichnete den nicht durchforsteten Buchenhallenwald als arten\u00e4rmer als den regelm\u00e4\u00dfig durchforsteten Fichtenwald auf dem H\u00fcmmling. Dabei handele es sich bei den W\u00e4ldern auf den H\u00fcmmling wegen der Eigentumsstruktur oft um klein parzellierte Forstwirtschaft.<br \/>\nDas sogenannte \u201eLandschaftsschutzgebiet W\u00e4lder auf dem H\u00fcmmling\u201c sei klimasch\u00e4dlich und f\u00f6rdere das Insektensterben. Denn eben genau bei der vom LSG erschwerten Durchforstung falle Licht auf den Boden und es gebe eine wesentlich breitere Anzahl von Arten. Perkmeyer: \u201eSo kommt mehr Leben in den Wald und besonders auf den Waldboden\u201c.<br \/>\nJutta Over widersprach dem energisch: \u201eBuchenw\u00e4lder sind europaweit als besonders sch\u00fctzenswert eingestuft\u201c. Die Fichte hingegen geh\u00f6re au\u00dferhalb der Mittelgebirge nicht zur potentiellen nat\u00fcrlichen Vegetation. Fichtenforste seien in der Regel fast frei von anderen Pflanzenarten, Ursache sei die Versauerung des Bodens durch massiven Nadelstreu.<br \/>\n\u201eUngepflegte W\u00e4lder produzieren weniger Sauerstoff\u201c hielt Andreas Perkmeyer dagegen und rief erwartungsgem\u00e4\u00df Widerspruch hervor: Durch Baumf\u00e4llungen w\u00fcrde Kohlendioxid freigesetzt und zwar in weit h\u00f6herem Ma\u00dfe als es durch einzelne nat\u00fcrlich absterbende B\u00e4ume der Fall sei, die Klimabilanz falle bei Einschlag noch negativer aus, so Jutta Over.<br \/>\nEinig waren sich beide Referenten \u00fcber die Notwendigkeit, mehr F\u00f6rdermittel f\u00fcr den Wald zur Verf\u00fcgung zu stellen. W\u00e4lder k\u00f6nnten im Rahmen von freiwilligen Kompensationsma\u00dfnahmen naturnah umgestaltet werden. Weitere F\u00f6rderprogramme seien f\u00fcr Waldrand-Bewirtschaftung, Wildkrauts\u00e4ume sowie f\u00fcr den Erhalt von Alt- und H\u00f6hlenb\u00e4umen als Nistplatz f\u00fcr Flederm\u00e4use und andere H\u00f6hlenbr\u00fcter denkbar.<br \/>\nWaldbesitzer Andreas Perkmeyer beklagte, die heutige Forstwirtschaft sei defizit\u00e4r und &#8211; wenn \u00fcberhaupt \u2013 erwirtschafte geringe Ertr\u00e4ge auf Kosten der geleisteten Arbeit in fr\u00fcheren Jahren.<br \/>\nDaher meinte er, es ergebe keinen Sinn, der Forstwirtschaft zus\u00e4tzliche Kosten durch Einschr\u00e4nkungen aufzuerlegen. Andreas Perkmeyer weiter: \u201eDa mit der Ausrufung des \u201eLandschaftsschutzgebietes\u201c auf dem H\u00fcmmling ausschlie\u00dflich Steuergelder f\u00fcr den Tourismus, aber kein Geld f\u00fcr den wirklichen Schutz unsere W\u00e4lder ausgegeben wird, spricht sich die Waldschutzgenossenschaft H\u00fcmmling-S\u00fcd gegen das LSG aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meppen. 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