{"id":687,"date":"2018-11-21T14:03:11","date_gmt":"2018-11-21T14:03:11","guid":{"rendered":"http:\/\/die-gruenen-meppen.de\/?p=687"},"modified":"2019-04-28T18:01:11","modified_gmt":"2019-04-28T18:01:11","slug":"emslandische-erklarung-fur-eine-auf-menschenrechte-und-solidaritat-ausgerichtete-fluchtlingspolitik-in-deutschland-und-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-emsland-mitte.de\/?p=687","title":{"rendered":"Emsl\u00e4ndische Erkl\u00e4rung f\u00fcr eine auf Menschenrechte und Solidarit\u00e4t  ausgerichtete Fl\u00fcchtlingspolitik in Deutschland und Europa"},"content":{"rendered":"<p>Wir haben unser Zuhause und damit die Vertrautheit des Alltags verloren\u201c, schrieb die&nbsp;deutsche Philosophin Hannah Arendt im Januar 1943 in einem Aufsatz mit dem Titel \u201eWir Fl\u00fcchtlinge\u201c. Hannah Arendt war vor dem nationalsozialistischen Terror geflohen und musste nun erfahren, was es hei\u00dft Fl\u00fcchtling zu sein, was dabei alles verloren geht, was zerst\u00f6rt wird. Aber: Sie war gerettet, hatte Zuflucht in einem Land gefunden, dessen Grenzen sie sch\u00fctzten.<br \/>\nHeute m\u00fcssen wir erleben, dass in dem Land, aus dem Hannah Arendt einst geflohen war, Menschen als \u201eAsyl-Touristen\u201c diffamiert werden und Menschen, die ihnen helfen wollen,<br \/>\nals \u201eAnti-Abschiebe-Industrie\u201c. Menschen, die ihre Heimat wegen Krieg, Terror, Menschen-rechtsverbrechen, sozialer und\/oder wirtschaftlicher Not und Ausbeutung verlassen m\u00fcssen, finden an den europ\u00e4ischen Grenzen keinen Ort der Zuflucht mehr, sondern einen Ort der Abschreckung, des Stacheldrahts \u2013 und des Todes.<br \/>\nDie Abschreckung, die Ablehnung und Abwehr, die sprachliche und politische Umwandlung von Menschen in Zahlen und Statistikgr\u00f6\u00dfen, die Entwicklung eines kollektiven europ\u00e4ischen Asylverweigerungssystems, der Aufbau von Orten des Elends und der Entrechtung, die Pakte mit diktatorischen Machthabern und autorit\u00e4ren Regimes, die sich freikaufen von Kritik und Sanktionen f\u00fcr ihre Verbrechen, all das zeigt sich als Abkehr von den sonst so oft beschwo-renen europ\u00e4ischen Werten: Menschenrechte, Menschenw\u00fcrde und Rechtsstaatlichkeit. In diesem Rahmen erleben wir keine \u201eFl\u00fcchtlingskrise\u201c, sondern eine fundamentale Menschenrechtskrise.<br \/>\nDie gegenw\u00e4rtigen Angriffe richten sich nicht allein gegen Menschen auf der Flucht.<br \/>\nSie richten sich gegen die zivile Gesellschaft und die Universalit\u00e4t der Menschenrechte schlechthin.<br \/>\nDiesen Entwicklungen setzen wir die Idee \u2013 und die Realit\u00e4t \u2013 der Menschenrechte, der<br \/>\nMenschenw\u00fcrde und der Rechtsstaatlichkeit entgegen. Wir brauchen ein offenes, ein<br \/>\nehrliches, ein freundliches \u2013 kurz: ein menschliches Land. Wir brauchen eine gest\u00e4rkte Zivilgesellschaft, um mit Toleranz und Zivilcourage dem Hass und der Gewalt in diesem Land ein Ende zu setzen, unsere Grundrechte und Menschenrechte zu bewahren und das V\u00f6lkerrecht zu verteidigen. Es gen\u00fcgt nicht mehr, auf die Erosion der Menschenrechte in unserem Land mit blo\u00dfer Betroffenheit und Kopfsch\u00fctteln zu reagieren. Wir rufen dazu auf, der Zivilgesellschaft den R\u00fccken zu st\u00e4rken und aktiv an ihr mitzuwirken. Der Frieden in unserem Land ist gef\u00e4hrdet, wenn Menschen bei uns zur Zielscheibe von Hass und Gewalt werden. Es geht um die Fundamente unseres Zusammenlebens \u2013 im Emsland und andersrwo.<\/p>\n<p>INITIATOR DER ERKL\u00c4RUNG IST AMNESTY INTERNATIONAL- OG MEPPEN:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben unser Zuhause und damit die Vertrautheit des Alltags verloren\u201c, schrieb die&nbsp;deutsche Philosophin Hannah Arendt im Januar 1943 in einem Aufsatz mit dem Titel \u201eWir Fl\u00fcchtlinge\u201c. 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