Meppen. „Dass am 17. September 2013 die Krisenstäbe von Bund und Ländern einberufen worden waren um die Folgen eines Super-GAU in Lingen zu proben (Meppener Tagespost vom 27.10.) , war der emsländischen Öffentlichkeit bisher nicht bekannt. Gut ein Jahr nach der Großübung “GAU – Auslegungsüberschreitender Kühlmittelverluststörfall” beantragen die Grünen, diesen Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Umweltausschusses des Kreistages zu setzen. Ferner verweisen die Kreis-Grünen auf ihre Einwendungen gegen die damalige Stellungnahme des Landkreises Emslandes zum Katastrophen-Sonderplan Kernkraftwerk Emsland (KKE) im Mai 2013, in denen sie bereits auf ihrer Meinung nach gravierende Schwachstellen der behördlichen Versuche “das Unvorstellbare zu managen“ hinwiesen.
Die Grünen interessiert aber aktuell, ob und welche Erkenntnisse aus dieser Großübung allgemein – und speziell für den LK Emsland gewonnen wurden und inwieweit die Fehlerpunkte inzwischen auch auf lokaler Ebene angesprochen wurden. Mehr als 200 Mitarbeiter wussten laut ersten Recherchen der Tageszeitung (taz) damals , dass es nur eine Übung war – aber sie sollten so tun, als müssten sie gerade eine reale Reaktorkatastrophe im AKW Emsland bewältigen: Wird die Bevölkerung evakuiert? Werden Jodtabletten verteilt? Welche Notverordnungen treten in Kraft? Und wann wird die Öffentlichkeit informiert? Bisher war nicht öffentlich bekannt, dass es die Übung überhaupt gab. Die Zeitung veröffentlichte am vergangenen Wochenende mehr als 1.000 Seiten mit internen Dokumenten. Sie zeigen, wie Behörden auf einen Super-GAU reagieren, Minute für Minute. Und sie belegten gravierende Mängel, verursacht durch Kommunikationsprobleme und unklare Zuständigkeiten – die bis heute, ein Jahr nach der Übung, noch nicht geklärt seien, so die taz. Carsten Keetz, grüner Kreistagsabgeordneter aus Meppen, hatte sich vor zwei Jahren im Auftrag seiner Fraktion bereits mehrfach zu den damals bekannt gewordenen Szenarien kritisch geäußert hatte, meint: „Wir stellen erneut fest, dass zu spät informiert wird, das die Menschen in den Evakuierungszonen der Umgebung des AKW im Emsland bis nach Osnabrück im Ernstfall rettungslos verloren sind.“
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